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Neue Impulse beim bundesweiten Austausch
BGZ-Neuprojekte vernetzen sich in Nürnberg

Neuprojekte des "Bundesprogramms für gesellschaftlichen Zusammenhalt" (BGZ) vernetzen sich in Nürnberg
Am 17. und 18. November 2025 fand die diesjährige Vernetzungsveranstaltung des Bundesprogramms “Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.” (BGZ) in Nürnberg statt. Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus den diesjährig gestarteten BGZ-Projekten zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse zu setzen.
Rund 80 Mitarbeitende aus Vereinen und Organisationen aus ganz Deutschland waren der Einladung des Bundesamtes gefolgt, um sich zu aktuellen Themen der Projektarbeit auszutauschen. Die Teilnehmenden erwartete ein vielfältiges Programm aus Impulsvorträgen, Workshops und Vernetzungsformaten, die aktuelle Herausforderungen der praktischen Arbeit vor Ort aufgriffen. Neben Fragen der Projektträger praxisrelevanten Themen stand vor allem das Bestärken der Akteurinnen und Akteure des BGZ in ihrem Engagement im Mittelpunkt:
“Diese Veranstaltung bietet uns nicht nur die Gelegenheit, in den direkten Austausch zu treten, sondern auch innezuhalten und Wertschätzung für Ihr Engagement auszudrücken. Denn Sie sind es, die mit Ihrer täglichen Arbeit, Ihren Ideen und Ihrem unermüdlichen Einsatz vor Ort das sichtbar machen, was unser Programm im Kern ausmacht: Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, Brücken zu bauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt konkret erlebbar zu machen.”, begrüßte Uta Saumweber-Meyer, Leiterin der Abteilung Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt des BAMF, die Teilnehmenden.
Vernetzung als Leitmotiv
Im Netzwerk-Markt präsentierten die Teilnehmenden innovative Ansätze aus ihrer Arbeit – von kreativen Beteiligungsformaten über interkulturelle Dialogräume bis hin zu digitalen Engagementangeboten. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und wirkungsvoll die BGZ-Projekte bundesweit aufgestellt sind.
Die Pausen und offenen Austauschformate nutzten viele Teilnehmenden, um Kontakte zu knüpfen und Synergien zu erkunden. Von neuen Kooperationen bis zu gegenseitigen Projektbesuchen – die Veranstaltung zeigte erneut, wie stark das Netzwerk der BGZ-Projekte ist.

Projektträgerinnen vernetzen sich beim Kennenlern-Bingo.
Fachlicher Input und Impulse
In vier Workshops wurde Wissen und Kompetenzen zu den Themen “Ehrenamt stärken”, “Öffentlichkeitsarbeit und digitale Sichtbarkeit”, “Umgang mit Hate Speech” und “Finanzierungsmöglichkeiten für zivilgesellschaftliche Projekte” vermittelt.
Ein inspirierender Impuls kam in diesem Jahr von Autor und Sozialaktivist Ali Can, der in seiner Keynote betonte, wie wichtig Begegnungsformate zum Abbau von Stereotypen und der Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts seien.
Preisverleihung des BGZ-Wettbewerbs
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war auch 2025 die feierliche Preisverleihung des bundesweiten Wettbewerbs “Gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort stärken”. In seiner Eröffnungsrede würdigte BAMF-Vizepräsident Dr. Michael Griesbeck vor allem das Engagement der Projekträgerinnen und -träger: “In Ihren Projekten eröffnen Sie Menschen Wege, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und sich als wichtiger Teil des Gemeinwesens vor Ort zu begreifen. Damit legen Sie das Fundament für eine solidarische Gesellschaft, in der Vielfalt Akzeptanz findet und Engagement für und miteinander möglich wird.”. Insgesamt vier Projekte wurden für ihre besondere Wirkung im Sozialraum ausgezeichnet und machten deutlich, wie lokale Akteure mit Kreativität, Mut und Ausdauer gesellschaftlichen Zusammenhalt greifbar machen.
Den 1. Preis des BGZ-Wettbewerbs gewann das Projekt “Ein ost-westlicher Augenblick” des Sozialdienstes Muslimischer Frauen Freiburg e. V. (SmF). Frauen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung erhalten dabei in Freiburg im Breisgau durch verschiedene künstlerische Ausdrucksformen die Möglichkeit, sich mit ihrer Biografie auseinanderzusetzen.
Der 2. Preis des Wettbewerbs ging an ein Projekt, das den gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum fördert. Beim “Dorftreff Schmalnau” des Familienzentrums Ebersburg wurde aus einem leerstehenden Raum ein Treffpunkt für Jung und Alt im Ortskern geschaffen. Menschen unter-schiedlichster Herkunft, verschiedener Generationen und Lebenslagen finden hier zusammen, um gemeinsam Veranstaltungen zu initiieren.
Mit dem 3. Preis wurde das Projekt “Mitmachen inklusiv!” der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg e. V. in Stuttgart geehrt. Das Projekt verbindet Inklusion, Integration und Ehrenamt. Es befähigt Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte, sich selbstbestimmt und sichtbar ins gesellschaftliche Leben einzubringen – nicht als Hilfeempfängerinnen und -empfänger, sondern als aktive Gestalterinnen und Gestalter.
Neben den drei regulären Preisen wurde auch ein Sonderpreis vergeben. Er ging nach Hamminkeln an den Niederrhein. Das Projekt “Team up against antisemitism” der Akademie Klausenhof gGmbH besticht durch seinen innovativen Ansatz zur Bekämpfung von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. In regelmäßigen Treffen, Workshops, Exkursionen zu Synagogen und in Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen setzen sich junge Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte regelmäßig mit jüdischem Leben in der Region auseinander. Aus dem Projekt ist ein mobiles Escape-Game entstanden, das in Kooperation mit der Stadt Hamminkeln an unterschiedlichen Orten durchgeführt wird.
Mit dem 2022 ins Leben gerufenen Wettbewerb möchte das Bundesprogramm Projektträger des BGZ würdigen, die im Rahmen ihrer Projekte einen außergewöhnlichen Beitrag zur Stärkung des Zusammenhalts vor Ort geleistet haben.
Ausblick
Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der anwesenden Vereine und Organisationen machten deutlich, dass der persönliche Austausch für die Arbeit der Trägerinnen und Träger ein wesentliches Element bleibt und ein großes Interesse an einer Fortsetzung des Formats im kommenden Jahr besteht.









