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Veröffentlicht am: Meldung

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Vielfalt hörbar, sichtbar und erlebbar machen

Drei Integrationsprojekte zeigen zum Tag der kulturellen Vielfalt, wie Zusammenhalt vor Ort wachsen kann

Wie entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft? Drei im Rahmen des Bundesprogramms “Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden” (BGZ) mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern geförderte Integrationsprojekte geben darauf ganz unterschiedliche Antworten – und verfolgen doch dieselbe Idee: Menschen zusammenzubringen. Durch Gespräche, Kunst und Musik schaffen sie Räume für Begegnung, in denen gemeinsame Aktivitäten ermöglicht werden, gegenseitiges Verständnis sowie Vertrauen wachsen können und Vielfalt im Alltag erlebbar wird.

Zum Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai 2026 machen die Projekte deutlich, wie gelebte Integration funktioniert: persönlich, kreativ und auf Augenhöhe.

Begegnung durch Zuhören und Dialog

 

Das interkulturelle Medienprojekt “Zukunftsmusik für Zusammenhalt: Radio-Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund” des Vereins “Stärkung interkultureller Kompetenzen” (SIK e.V.) aus Dresden setzt dabei auf Gespräche und digitale Formate. Mit Radiosendungen, Podcasts und interkulturellen Begegnungen bringt das Projekt Menschen mit und ohne Migrationserfahrung miteinander ins Gespräch.

“Kulturelle Vielfalt bedeutet für mich Zukunft in Deutschland”, sagt der Projektleiter Dr. Victor Labra Holzapfel, der vor mehr als 20 Jahren aus Chile nach Deutschland kam. Ziel sei es nicht nur, Menschen mit Migrationserfahrung sichtbar zu machen, sondern auch die Mehrheitsgesellschaft stärker in den Dialog einzubeziehen.

Besonders eindrücklich seien dabei oft die direkten Begegnungen. In Gesprächscafés oder gemeinsamen Freizeitaktivitäten treffen Menschen aufeinander, die im Alltag sonst kaum miteinander sprechen würden. Vorurteile würden hinterfragt, Unsicherheiten abgebaut und neue Perspektiven eröffnet. “Wenn Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zusammenkommen, merkt man schnell, dass Fragen beantwortet werden und sich Wahrnehmungen verändern”, so der Projektleiter.

Gleichzeitig versteht das Projekt Integration als langfristigen gesellschaftlichen Prozess. Vertrauen und gegenseitiges Verständnis entstünden schrittweise und erforderten Räume, in denen Menschen einander begegnen und voneinander lernen können.

Hier gelangen Sie zu den interkulturellen Radiosendungen des SIK e.V..
 

Kunst als öffentliche Einladung zur Verständigung

 

Das Projekt “PlakatWAND Toleranz – Mit Bürgern aller Weltanschauungen und Kulturen ins Gespräch kommen” vom Humanistischen Verband Deutschlands Niedersachsen nutzt Kunst und kreative Beteiligung als Brücke zwischen Menschen unterschiedlicher Hintergründe. Herzstück ist die interaktive Plakatwand, auf der Teilnehmende Gedanken zu Vielfalt, Toleranz und Zusammenleben festhalten.

Auf den Plakaten stehen Sätze wie: “Bildung bringt die Menschen näher”, “Balance zwischen den Kulturen” oder “Was jemand denkt, weißt Du erst, wenn Ihr miteinander sprecht.” Dabei entsteht nicht nur ein gemeinsamer Reflexionsprozess über gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern auch künstlerische Arbeiten.  

Für die Projektverantwortlichen, zu denen Projektleiter Stephan Sasse gehört, ist genau diese Verständigung entscheidend. Vielfalt bedeute, unterschiedliche Lebensrealitäten anzuerkennen und gleichzeitig ein gemeinsames “Wir” zu entwickeln. 

Die Erfahrungen aus den Veranstaltungen würden zeigen, wie verbindend gemeinsames Gestalten wirken könne. Viele Teilnehmende teilten vor allem den Wunsch, in Frieden und Freiheit leben zu können. “Miteinander zu reden und zu arbeiten, reduziert Polarisierung und fördert den Zusammenhalt” lautet das Fazit eines Projektteilnehmenden.

Hier finden Sie nähere Einblicke in das Projekt PlakatWAND Toleranz vom Humanistischen Verband Deutschlands Niedersachsen.
 

Wenn Musik zur gemeinsamen Sprache wird

 

Wie Verständigung auch ohne viele Worte gelingen kann, zeigt das interkulturelle Orchesterprojekt “ZusammenSpiel! – Grenzenlos im Klang. Vereint im Moment” der Kulturkarawane gUG. Im Ensemble musizieren Menschen aus mehr als zehn Nationen gemeinsam – manche leben schon lange in Deutschland, andere sind erst vor kurzer Zeit angekommen. 

“Vielfalt bedeutet für mich eine stetige Erweiterung meines Horizonts”, beschreibt der Projektleiter Jochen Leuf den Ansatz. Entscheidend sei nicht Herkunft oder Sprache, sondern die Bereitschaft, einander zuzuhören und gemeinsam etwas entstehen zu lassen.

Besonders prägend war für viele Beteiligte der erste große Konzertauftritt vor mehr als 200 Gästen - ein gemeinsames Erlebnis, das Publikum und Ensemble gleichermaßen berührte. Die anschließenden Einladungen zu weiteren Festivals zeigten, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt.

Für viele Teilnehmende sei das Orchester zudem ein Ort, an dem Leistung keine Voraussetzung für Zugehörigkeit ist. Man müsse keine Noten lesen können oder ein Instrument perfekt beherrschen, um Teil des Ensembles zu sein. Gerade für Menschen, die neu in Deutschland sind, entstehe dadurch Selbstvertrauen und das Gefühl, angenommen zu werden.

Das Projekt versteht Musik dabei als praktische Form des Zusammenhalts. “Wer gemeinsam improvisiert, beschäftigt sich weniger damit, was einen trennt, sondern damit, wie man im Moment zusammen funktioniert”, erklärt die Projektleitung. Genau darin entstünden Vertrauen, Offenheit und Empathie.

Hier finden Sie nähere Informationen zum Orchesterprojekt ZusammenSPIEL! der Kulturkarawane.

 

Vielfalt entsteht dort, wo Menschen einander begegnen

Ob durch Gespräche, Kunst oder Musik – alle drei Projekte zeigen, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt vor allem dort wächst, wo Menschen einander begegnen. Die Projekte schaffen Räume für Austausch, neue Perspektiven und gemeinsame Erfahrungen.

Zum Tag der kulturellen Vielfalt wird damit deutlich: Vielfalt ist nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance. Eine Chance, voneinander zu lernen, gemeinsam Neues zu entwickeln und damit aktiv zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen.

Wir bedanken uns bei unseren Trägern, den Projektleitungen und vor allem den Teilnehmenden.

Für die redaktionelle Überarbeitung des zugesandten Materials ist das BGZ-Team verantwortlich.


 

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